Studie - Grundschüler gesucht 18.12.2009

Grundschüler gesucht für eine Studie die klären soll, wie sich Musizieren auf Gehirn und Lernen auswirkt
Seit 2007/2008 kommt an Grundschulen des Ruhrgebietes und Hamburgs das musikpädagogische Programm "Jedem Kind ein Instrument (JeKi)" zum Einsatz, welches es Schülern ungeachtet ihrer sozialen Herkunft ermöglicht, ein Musikinstrument ihrer Wahl zu erlernen. Wissenschafter der Universitäten Heidelberg und Graz wollen nun im Rahmen eines Forschungsprojekts herausfinden, welche Auswirkungen dieses Programm auf die Hörwahrnehmung und das Lernverhalten hat und ob sich solche Effekte auch im Gehirn nachweisen lassen. Gesucht werden für diese Studie Grundschüler, die an JeKi teilnehmen und die 2. oder 3. Klasse besuchen.

Aufgerufen sind zum einen Kinder ohne Lernprobleme, die außerhalb des JeKi-Programms entweder gar nicht oder sehr viel musizieren (zum Beispiel im Rahmen von intensivem Privatunterricht).

 

 

Zum anderen werden Schüler mit Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) oder Aufmerksamkeits-(Hyperaktivitäts-)Defizitsyndrom (AD(H)S ohne zusätzlichen Privatunterricht gesucht.

 

 

Eine häufige Ursache von Lese-Rechtschreibschwäche sind phonologische Defizite. Die geplante Studie soll klären, ob musikalisches Training diesen Schwächen entgegenwirken kann. "Audio- und Neuroplastizität des musikalischen Lernens (AMseL)" ist der Titel der Untersuchung, die als eines von insgesamt acht durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekten das JeKi-Programm begleitet.

 

Die Teams um Dr. Peter Schneider von der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg und die Psychologin Privatdozentin Dr. Annemarie Seither-Preisler von der Karl-Franzens-Universität Graz konzentrieren sich bei ihren Untersuchungen auf die neurologischen und psychologischen Fördereffekte aktiven Musizierens. "Besonders interessieren uns Veränderungen des Hörens, die sich auf sprachliche Fähigkeiten auswirken, sowie mögliche Verbesserungen bei Kreativität, Intelligenz und Aufmerksamkeit. Aber auch etwaige Leistungssteigerungen beim Lesen, Rechtschreiben und Rechnen sind Gegenstand der Forschungen", erklärt Seither-Preisler. "Wir erwarten uns von dieser Studie neue Erkenntnisse darüber, welche Effekte das Instrumentalspiel auf das kindliche Gehirn und die dort ablaufenden Lernprozesse hat und welche Instrumente sich bei auditiven Wahrnehmungsstörungen besonders eignen", blicken die beiden Wissenschafter voraus.

 

"Die Untersuchungen sind für die teilnehmenden Kinder natürlich medizinisch völlig unbedenklich", betont der Neurowissenschafter Schneider. Durchgeführt werden neben psychoakustischen und psychologischen Tests neurologische Messungen mit Hilfe von Magnetencephalogpraphie/MEG und Magnetresonanztomographie/MRT.

 

Die zwei neurologischen Testreihen finden in Heidelberg jeweils während eines Wochenendes statt - Anreise am Freitag, Rückreise am Sonntag. Für die zwei psychologischen Testungen sind Gruppentermine vor Ort im Ruhrgebiet beziehungsweise in Hamburg, je ein Nachmittag, vorgesehen. Die erste Untersuchungsreihe findet zwischen Januar und September 2010 statt, die Wiederholungsmessung zwischen Februar und September 2011. Pro Kind wird eine pauschale Aufwandsentschädigung von 300 Euro bezahlt, zusätzlich werden die Reisekosten für das Kind und einen Elternteil erstattet.

 

InteressentInnen werden gebeten, sich beim Projekt-Team an der Uni Heidelberg zu melden.

 

Tel.: 0176 / 624 08 732

 

E-Mail: amsel@uni-heidelberg.de

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